Abschied

Es fällt nun schwer, der Blick bleibt leer.
Gefühle, die durcheinanderwirbeln, sich nicht entscheiden können, in welcher Reihenfolge sie an die Oberfläche komme. Die sich nicht einig werden, wer denn den Vorrang hat, welches denn nun erwünscht ist.
Gefühle, die dich verwirren, Gefühle, die dich zum Schreien bringen, Gefühle, die dich zum Lachen bringen, Gefühle, die am liebsten immer haben möchtest, Gefühle, die du nur noch an die Wand schießen möchtest, Gefühle, die dich mehr – oder weniger – berühren. Du fühlst dich wie betäubt – und doch ist es, wie der ärgste Höhenrausch.

Bilder, mit rasender Geschwindigkeit, mit Schneckentempo, wie Raketen, sausen und brausen sie vorbei, oder sie schlängeln herum, kriechen heran. Bilder aus allen Zeiten.
Nur einzelne Fetzen, kaum zu erkennen, schon wieder weg, ganze Filmstreifen, deutlich und klar, in rasendem Tempo, einzelne Schnappschüsse, mehrere Atemzüge und doch unerkannt.
Bilder, die lachen, Bilder die weinen, Bilder die schön sind, Bilder die hässlich sind, alles bunt durcheinander gemischt. Farbenfroh, aber auch gleichzeitig blass.

Geräusche, überall, egal wo du dich hinbewegst, du wirst sie nicht los. Schließe die Augen, dreh Musik auf, lieg im ruhigen Gras, du wirst sie nicht los. Stimmen, überall, keine einzelnen Worte, nichts, das du verstehen kannst.
So fremd, und doch so nah. Du kennst sie, doch weißt du nicht woher. War es eine Erinnerung, oder doch nur ein Traum? Die Ungewissheit schüttelt an dir, hält dich wach.

Die Sinne sind allesamt im Alarmmodus, du weißt nicht wieso, doch stellt es dir die Gänsehaut auf, glaubst, jetzt passiert dann was, gleich. Es ist wie ein Höhenflug, die Sachen gepackt, das Handy geladen, mit Essen beladen, stehst du da und wartest.
Du weißt, du willst gehen, doch irgendwas ist da noch. Du kannst es nicht definieren, weißt nicht genau, was es soll, doch es lässt dich nicht los. Es ist, als hättest du etwas ganz Wichtiges vergessen. Noch einmal gecheckt, fehlt der Schlüssel, fehlt die Uhr, vielleicht das Duschgel?
Nein, alles ist gepackt, doch du weißt, irgendetwas hast du vergessen, etwas ganz Wichtiges, das du nicht mehr nachholen kannst.

Hast du dich auch von all deinen Freunden verabschiedet? Du tust es zur Sicherheit noch einmal, gibst ihnen zum zehnten Mal deine Nummer, versprichst sie ganz oft zu besuchen und dich zu melden, sobald du da bist. Eine große Feier zu veranstalten, ihnen ganz viele neue Leute vorzustellen, sie einzuladen, ihnen deine neue Umgebung zu zeigen, sie ja nicht zu vergessen und immer wieder zu kommen.
Doch noch immer hast du das Gefühl, als würde was fehlen.

Mit einem Schlag wird es dir klar.
Es sind die Erinnerungen, die dich festhalten, Erinnerungen an all die Tage, an all die Feste, all die Stunden, all die Nächte, all die Freunde, all die Freuden, all die Missgeschicke, all die Fehler.
Es ist, als würde das  Haus zu dir sprechen, dir noch einmal sagen wollen, was du alles erlebt hast…

Eben so geht es mir, ich stehe in der Schwelle, weiß: Heute geht es los aber ich will noch nicht, kann noch nicht, da ich noch immer das Gefühl habe, etwas vergessen zu haben…
Ich stehe da, blicke auf das Haus – ja, ich komme wieder zurück, nur wann – und kann nicht weiter gehen. Freude macht sich in meinem Körper breit, Freude auf das Kommende, doch ging es mir dann doch zu schnell.
Kleine Tränen treten in meine Augen, doch ich weiß: Nur einmal muss ich jetzt stark sein und dann wird es schön, ich kann nicht hier bleiben.
_________________________________________________by at plutos______ 

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Über plutoanier

Normal? Nein, das bin ich sicher nicht...vl bin ich nicht so anders, wie ich denke, doch bin ich niemand dieser ganzen mit der Masse Schwimmer. Es war vor ein paar Jahren, da sind wir auf diesen Namen gekommen, Pluto, ich und meinesgleichen haben beschlossen, wir sind sicher nicht von diesem Planet, sonst würden sie uns nicht immer so komisch ansehen, doch hin und wieder muss es auch eine Erdstrandung geben. Was uns auszeichnet? Individulität, Sturheit, mit dem Kopf durch die Wand und vor allem eines: Anders und verrückt sein!
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